altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Friedrich Wilhelm Leopold von Rosenbruch

Preußischer General, Gutsherr

Sterbedatum:
04.11.1795
Ort:
Jarchau
Standort:
Kirche
GPS:
11.893597 - 52.657173

Beschreibung:
Zustand:
Die gesamte Oberfläche des Denkmales ist korrodiert. Dennoch sind Wappen und Inschrift noch gut erkennbar. Die Nähte zwischen den Metall-Einzelteilen haben sich teilweise geöffnet. Bruchlinien durchziehen etliche Bestandteile. Ein stangenförmiges Dekor-Stück auf der linken Seite, Teile des Baldachins auf der rechten Seite und Teile des Maßwerkes fehlen.

Aufbau:
Das aufwendige Grabmal aus Gusseisen ist in Form eines gotischen Portals gestaltet, das auf einem zweistufigen Sandsteinpodest steht. Das Türblatt innerhalb des Spitzbogens trägt die Inschrift. Beide Seiten des Portals werden von Pfeilern, die mit je einem Vier-Giebel-Baldachin bekrönt sind, gesäumt. An jedem Pfeiler befindet sich ein Wappen (links von Rosenbruch: angewinkelter Arm, der eine Rose hält, Helm: drei Rosen; rechts von Werdeck: nach links blickender Mohrenkopf mit krausem Haar, Helm: drei Federn). Der Portal-Spitzbogen ist mit Maßwerk und mittig mit einer Fiale bekrönt. Darüber befinden sich zwei nebeneinanderstehende spitzbogige Fensterrahmen, die mit Maßwerk ausgefüllt sind. Sie stehen unmittelbar vor dem Westfenster des Chores.

Inschrift:
Friedrich
Wilhelm Leopold
von Rosenbruch
Königl: Preuss: General – Major,
Ritter der Verdienst – Orden,
Amtshauptmann zu Deutsch – Eylau,
Domherr zu Magdeburg, Erb – und
Gerichtsherr auf Jarchau und Rintorff,
focht für König Friedrich II, weihete
seine Muße Wissenschaft und
Feldbau, theilte sterbend seine Habe
zwischen die Diener der Religion
die Armen und Blutsfreunde.
Seinem Andenken gewidmet von
Hans Gottlob Friedrich
von Werdeck.

Anmerkung:
Von Rosenbruch wurde am 9. März 1726 in Flessau als Sohn des dortigen Gutsbesitzers Johann Adolph von Rosenbruch und dessen zweiter Ehefrau Sophina Elisabeth von Vintzelberg (aus Jarchau) geboren.
1763 kam er durch Kauf in den Besitz des Gutes in Jarchau. Seine militärische Kariere wird in verschiedenen Quellen dargestellt:
Anton Balthasar König „Biographisches Lexikon aller Helden und Militairpersonen, welche sich in preußischen Diensten berühmt gemacht haben“, Berlin 1790, Bd. 3, S. 318: „Wilhelm Leopold von Rosenbruch, … Er ist aus der Altmark gebürtig, und trat 1743 in preußische Dienste, nach dem er die untern Offizierstellen durch avenciret hatte, ward er 1767 Major beim Finckensteinschen Dragonerregiment, 1776 Obristlieutenant, 1782 Obrister, 1785 Generalmajor und Chef des vorgedachten Regiments. 1781 erhielt er bei der Revue den Orden pour le Merite.
Vgl. auch: Kurt von Priesdorff „Soldatisches Fürstentum“, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, Bd. 2, S. 208 Nr. 717 (bzw. www.nidiot.de/de/Friedrich_Wilhelm_Leopold_von_Rosenbruch). 1795 starb Rosenbruch auf seinem Gut in Jarchau. Im Sterberegister des Kirchenbuches werden neben seinen militärischen auch die zivilen Verdienste gewürdigt: „… seit 5te halb Jahren, nach erhaltener Dimission u. jährlicher Pension v. 1700 Thalern, hier in Jarchau, auf seinem adlichen Rittergut wohnhafft, Gerichtsherr u. Kirchenpatron von Jarchau, das er von den v. Vinzelbergen erbte, und von Rindtorff, welches er selbst acquirirte – der Verschönerer der beiden Gotteshäuser und Schulgebäude in beiden jetztgenannten von ihm combinirten Pfarrdörfern, stirbt an der Wassersucht unter vielen ihn von Sonntage Exaudi 1795 an betroffenen Schmerzen u. Leiden, im 70sten Jahr seines Alters, in dem er zu Flessau in der Altmark den 9ten Märzmonats 1726. geboren war. Er hat eine Fundation u. Stiftungsurkunde zum Besten beider Kirchen u. Gemeinden, so wie auch zum Vorteil des Predigers, und der beiden Küster, hinterlassen. Bei seiner Beerdigg auf dem jarchauischen Kirchhofe sind v. dem wohlsel. Herrn General Kirchenpredigt u. Standarde verbeten, d. gesungenen Lieder aber vorgeschrieben, u. eine Danksagung auf den nach Beisetzg folgenden Sonntag verordnet.“ Seine Initialen werden mit dem Jahr 1787 auf der Wetterfahne der Kirche genannt, weil er zur Renovierung als Spender finanzielle Mittel bereitstellte.
Der Stifter des Denkmals für Rosenbruch, Hans Gottlob Friedrich von Werdeck (1756 - 1822), war Rittmeister, Besitzer des Gutes in Kl. Schwechten und er hatte das Gut in Jarchau als Fideikommiss (vgl. Homepage Rittergut Kl. Schwechten: ww.reiterhof-4eichen.de/Rittergut.htm).

Abmessungen:
2,00 m × ca. 4,00 m (ohne Sandsteinsockel)

Lage:
Das Grabmal steht außerhalb der Kirche an der Westwand unter bzw. vor dem Fenster.

Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2017