altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Margareta von der Schulenburg

von der Lühe

Sterbedatum:
00.00.1525
Ort:
Altenhausen
Standort:
Ev. Pfarrkirche St. Trinitatis
GPS:
11.253520 - 52.262590

Beschreibung:
Grabplatte der Margareta von der Lühe (gest.1525), der ersten, früh verstorbenen Ehefrau Matthias III. von der Schulenburg
Die Verstorbene in rundbogig geschlossener, von stilisierten Akanthusblättern gerahmter flacher Nische in kräftigem Relief wiedergegeben. Sie zeigt sich unbewegt in strenger Frontalansicht mit im Gebetsgestus zusammengelegten Händen; ihr Gesicht wirkt alterslos, die Kleidung ist schlicht gehalten. Die noch hinter der plissierten Haube ansetzenden, vorn lang herabfallenden Stoffbahnen sind hier kaum als Teil der adeligen Witwentracht aufzufassen, wie sie in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Trauerband allgemein üblich wurden.
Die als Vollwappen in den Formen der norddeutschen Renaissance gestalteten vier Ahnenwappen überschneiden die oberen Bogenansätze sowie die unteren Ecken der Nische. Oben links (heraldisch rechts): Von der Lühe; oben rechts (heraldisch links): von Parkentin (im zweifarbigen Schild nach links ausgerichteter Keil, Helmzier: Fächer aus sieben Pfauenfedern). Unten links: von Plessen, unten rechts: nicht ausgeführt (Schild leer, Helmzier als "Rohling" gestaltet).
Umlaufende Inschrift in erhaben ausgehauener Kapitalis: "A(NN)O D(OMI)N(I) 15 (fehlt) IST IN GOT . SELIGLICH ENTSCHLAFEN . DIE . EDLE . ERBARE . VND . VIELTVGENT SAME . MARGARETA . VON DER . LVDE . MATTHIAS . V(ON) . D(ER) . S(CHULENBURG) . HAVSFRAV . D(ER) . G(OTT) . G(NADE". Zugehörig zu dieser offenbar schon früh aufgerichteten Grabplatte ein fortan als Gruftabdeckung dienendes Stück im Chorfußboden mit folgender Inschrift in eingehauener Kapitalis: "DIE . EDLE . VND . VIELTVGENTSAME MARGARETA . VO(N) DER . LVHE . MATHIASEN . VON . DER SCHVLENBURGK . DES ELTEREN . EHELICHE . HAVSFRAW . IST . GESTORBEN . ANNO M.D.L.XXV VND LIGT ALHIE . BEGRABEN . DERER SELEN . GODT . GNADE" (die Angabe des Sterbejahres fehlerhaft; richtigerweise: "MDXXV").

Margareta von der Lühe aus mecklenburgischer Familie, wohl Tochter des Joachim von der Lühe und der Margareta Parkentin, war die erste, 1525 verstorbene Ehefrau Matthias III. von der Schulenburg (181), der seinerseits im Verlauf des durch Joachim II. von Brandenburg unglücklich geführten Feldzuges gegen die Osmanen 1542 vor Pest in Ungarn blieb. 1518 erhielt sie Schloss Altenhausen zum Leibgedinge. Das Grabmal entstand offenbar Jahrzehnte nach dem Tode der Margareta von der Lühe in zeitlichem Zusammenhang mit demjenigen ihres an ihrer Seite beigesetzten Sohnes Matthias IV. von der Schulenburg (siehe dort), wir kennen entsprechende Gepflogenheiten u.a. auch bei Angehör igen der Familie von Alvensleben (der ausgestorbenen Roten Linie auf Rogätz).

Lage:
Nordwand des Chorraums.

Material:
Sandstein

Literaturquellen:
Zur Person: Johann Friedrich Danneil, Das Geschlecht von der Schulenburg, Bd. 2, Salzwedel 1847, S. 530, Fritz Schwerin, Fünf Edelleute aus den vorigen Tagen: Daniel von der Schulenburg auf Altenhausen (1538-1594), Jacob von der Schulenburg auf Angern (1515-1576), Joachim von Alvensleben auf Erxleben (1514-1588), Andreas von Meyendorff auf Ummendorf (1522-1583), Ludolf von Alvensleben auf Hundisburg (1511-1596). Aus den auf dieselben gehaltenen Leichenpredigten und andern Quellen zusammengestellt, Halle 1859, S. 3, Georg Schmidt, Das Geschlecht von der Schulenburg, Teil II, Beetzendorf 1899, S. 225, sowie Dietrich Werner Graf von der Schulenburg und Hans Wätjen, Geschichte des Geschlechts von der Schulenburg 1237 bis 1983, Wolfsburg 1984, S. 146, 148.
Zum Objekt: Marie-Luise Harksen (Bearb.), Die Kunstdenkmale des Kreises Haldensleben, Leipzig 1961, S. 113-114, Dehio, Handbuch der dt. Kunstdenkmäler, Sachsen-Anhalt I, bearb. von Ute Bednarz und Folkhard Cremer, München-Berlin 2002, S. 8 (hält sie irrtümlich für die Ehefrau Matthias‘ IV.).

Foto:
Bernd-Wilhelm Linnemeier, August 2017