altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Levin von dem Knesebeck

Baron

Sterbedatum:
02.08.1638
Ort:
Tylsen
Standort:
Kirche
GPS:
11.015848 - 52.490385

Beschreibung

Das in schwarzem Marmor gefertigte Epitaph des L. v. d. Knesebeck ist in der Kirche neben dem Altar in der Apsis rechts angebracht und trägt die Inschrift:

„D. O. M. S.
IN DIESEM KLEINEN RAUME LIEGT
KNESEBECK VERSCHRANCKET
DES RUHM DIE WELT ERFULLET.
DES TODT VIEL HERTZEN KRANKET
VERDIENET HAT ER SICH RECHT
UMB DAS VATERLANDT, DEM
ER KRAFFT SINN VND RATH ZUM
BESTEN ANGEWANDT EIN
SCHAWPLATZ ALLER ZIER
WAR ER MIT RUHM ZU NENNEN,
EIN KUNSTSTUCK DER NATUR, DAS
WEISE LEUT ERKENNEN, WAS
WUNDER, DAS ER NUN DEN
STERNEN BEYGETHAN, WEIL
HIER NICHTS HOHERS IST,
DARAUF ER KOMMEN KAN. GE
WEINENDT NUN DAVON O LESER,
DIESE LEICHE IST WURDIG DAS
MAN IHR VIEL THRENENOPFFER
REICHE, ZUM LETZTEN
EHRENDIENST, WEIL KAUM
EIN SOLCHER MANN IN
HIESIGER PROVINTZ
GEFUNDEN WERDEN KAN
. M.M.S
DIESER LEICHENSTEIN
ZEIGET DEN ANNOCH LEBENDEN RUHM
DES WEYLAND HOCHWOHLGEBORNEN HERREN
LEVIN VON DEM KNESEBECK
CHURSFÜRSTL: BRANDBERBL: GEHEIMEN RATHS
UND HAUPTMANNS ZU ZOSSEN UND TREBBIN
AUF TYLSEN ERBHERREN.
SEINE ENTSEELTE GEBEINE
RUHEN ZU BERLIN IN DER DOHM=KIRCHE
WEGEN DEROSELBEN VERÄNDERUNG
DIESER MARMOR HAT MÜSSEN ABGENOMEN WERDEN
WELCHEN NACH TYLSEN FÜHREN UND ALLHIER AUFRICHTEN LASSEN
W . L . V . D . K .
A. O. MDCCXXVI“

Der in Tylsen geborene Levin war der dritte Sohn des Thomas (II.) v. d. Knesebeck, hatte eine universitäre Ausbildung erfahren und war bereits 1620 Mitglied des Brandenburgischen Geheimen Staatsrats. Während des 30-jährigen Krieges nahm er in kurfürstlichem Auftrag viele staatsmännische Aufgaben wahr. Er verstarb in Drossen östlich von Frankfurt /O. und wurde auf kurfürstliche Anordnung im Berliner Dom beigesetzt. Nach dortiger Umgestaltung kam sein Epitaph 1726 nach Tylsen.

Quellen:
Hildebrandt, A. M. 1868, Die Grabsteine und Epitaphien adeliger Personen in und bei den Kirchen der Altmark, Gardelegen 1868, 38f.
Mehldau, K. 1913, Chronik des Kirchspiels Tylsen, Salzwedel, 26-30

Foto:
B. Leineweber 2017